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Bekämpfen statt sperren PDF E-Mail
Samstag, den 25. April 2009 um 18:12 Uhr

Einige Zeit habe ich nun mehr fassungslos die weitere Entwicklung verfolgt ohne mich zu äussern. Heute gibt es mal wieder Neuigkeiten, welche mich aufschreien lassen.

Eines vorab: Kinderpornografie ist abscheulich und zurecht eine Straftat. Wenn etwas dem Schutz der Kinder dient, sollte man mögliche Maßnahmen ergreifen, um den Tätern habhaft zu werden. Allerdings scheint es den oft zitierten Milliardenmarkt schlicht nicht zu geben.

Was sich da allerdings vor den Augen der Öffentlichkeit abspielt ist ein Schauerstück was seinesgleichen sucht. Die sogenannten "Kinderporno-Sperren" (Stoppschild)werden von weiten Teilen der Bevölkerung begrüßt ohne die"Risiken und Nebenwirkungen" zu kennen. Dies ist bedenklich, da sich die maßgeblichen Politiker und Justizorgane dieses Verhalten der Bürger meiner Meinung nach bewusst eingeplant haben. Die Schlagworte Kinderporno (KiPo) und Terror sind in den letzten Jahren durch inflationären Gebrauch in aller Munde und augenscheinlich ausreichende Erklärung für alle Grundrechtseinschnitte.

Wie darf man sich die geplanten Sperren vorstellen?

Die Provider stellen auf Ihren Nameservern (quasi ein Telefonbuch fürs Internet) eine Adresse ein, welche die Adresse gesperrter Seiten auf eine Seite des BKAs umleitet. Dies ist technisch so, als wenn man bei Fa. Müller  anrufen möchte und dann bei Fa. Meier ankommt. Nun könnte man meinen das ist doch prima. Leute die solche Schweinereien suchen werden darangehindert und der Rest kann unbeschwerter durch das Netz surfen. Außerdem wäre das ja unwahrscheinlich, dass man auf solchen Seiten landet, sofern man nicht danach sucht. Dies ist bisher sicherlich auch richtig. Aber...

Niemand weiß was auf der Sperrliste steht - diese unterliegt der Geheimhaltung. Jeder Seitenbetreiber, welcher die Liste veröffentlicht würde sich strafbar machen. Eine unabhängige Überwachung des Ausmaßes der Zensurmaßnahme ist für die Öffentlichkeit nicht möglich. Damit es defacto möglich kritische Webseiten zu sperren. Wer sollte davon schon Wind bekommen? Derzeit wird zwar offiziell etwas anderes verlautbart, allerdings sollte die Mehrwertsteuer mit der SPD in der Regierung auch nicht erhöht werden. Jeder Besucher würde schließlich auf einer allgemeingehaltenen Stoppseite landen.

Jeder Zugriff auf eine Stoppseite soll in Echtzeit überwacht werden.  Hmm... Sofern ich nicht danach suche und mir diesen Schweinkram nicht ansehen will, werde ich doch kein Problem bekommen.

Wirklich nicht?

Jedes heute genutzte Funknetz kann von externen Benutzern ohne Kenntnis von Kennwörtern genutzt werden, wenn er über Zeit, Mittel und Wissen verfügt um Beschränkungen zu umgehen. Damit ist es technisch ein leichtes unliebsamen Personen einen Verdachtsmoment unterzuschieben. Listen mit Adressen gesperrter Seiten wird es sicherlich in Kürze im Netz geben.ein potenzieller "Angreifer" kann über einen Internetzugang seines "Opfers" eine gesperrte Seite ansurfen - et voila. Mehr brauchtes nicht um völlig unschuldige Mitbürger zu schädigen.

Noch einmal - Kinderpornografie bzw. sexuelle Übergriffe generell und gegenüber Kindern insbesondere sind eine Schweinerei.

In Anbetracht der Problematik mir schleierhaft warum man einerseits nicht gegen Serverbetreiber (wo auch immer diese sitzen) vorgehen kann oder will und andererseits jeden Internetsurfer anhand seiner IP-Adresse gleich einer Straftat überführen will. Hier wird meiner Meinung nach bewusst und geplant der Bürger massiv getäuscht, um medienwirksam "etwas getan zu haben".

 

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